Hochintensives Training (HIT) ist ein fester Bestandteil vieler Trainingspläne. HIT Sessions beinhalten per Definition immer Phasen bei einer Leistung / Geschwindigkeit oberhalb der individuellen anaeroben Schwelle. Damit sind sie zeitweise sogar intensiver als die Wettkampfbelastung von Ausdauersportler:innen. Welchen zusätzlichen Effekt bringt uns HIT im Vergleich zu einem Trainingsprogramm, das ausschließlich Intensitäten unterhalb der Schwelle enthält?
Die Ergebnisse
HIT in einen Trainingszyklus zu integrieren ist vorteilhaft, insbesondere wenn eine Verbesserung der VO2max das Ziel ist. Ob es sich auch positive auf die Performance auswirkt, lässt sich im Vorhinein nicht mit Sicherheit pauschal beantworten, ist aber sehr wahrscheinlich. Die VO2max ist eine der relevanteste Indikatoren für die Ausdauerleistung.
Wie groß die Steigerung der VO2max ausfällt und wie lange es dauert, bis sich messbare Verbesserungen einstellen, hängt vom Ausgangsniveau ab. Natürlich spielen auch andere Faktoren wie das restliche Training, die Lebensumstände, usw. eine entscheidende Rolle. Das Geschlecht und das Alter hingegen scheinen nach aktueller Studienlage nicht relevant für die Effektivität von HIT zu sein.
Sollte jede:r HIT machen?
Jein!
Auch wenn die aktuelle Studienlage darauf hindeutet, dass die Trainingsintensität die entscheidende Stellschraube für die Steigerung der VO2max ist, ist sie nicht die einzige Komponente.
„While training intensity appears to be important for VO2peak, and VO2peak is important for performance outcomes, it is only one component of the integrated performance […].“
M. Rosenblat, et al. (2023)
Für eine langfristige Verbesserung der Performance bedarf es im Training noch weit mehr. Was und wie viel, dass hängt immer vom Individuum ab, ebenso wie vom aktuellen Trainingstand und den spezifischen Anforderungen im Wettkampf.
„A fundamental challenge […] is translating from the traditionally reductionist, single mesocycle […] to the integrated demands of a real-world training environment […].“
M. Rosenblat, et al. (2023)
Rosenblat, M. A., Arnold, J., Nelson, H., Watt, J., & Seiler, S. (2023). The Additional Effect of Training Above the Maximal Metabolic Steady State on VO2peak, Wpeak and Time-Trial Performance in Endurance-Trained Athletes: A Systematic Review, Meta-analysis, and Reality Check. Sports Medicine. https://doi.org/10.1007/s40279-023-01924-y